Lebensarbeits-Zeitkonten
Lebensarbeits-Zeitmodell und/oder Betriebliche Altersversorgung
Beim Lebensarbeitszeitkontenmodell handelt es sich nicht um einen weiteren Durchführungsweg der Betrieblichen Altersversorgung (BAV). Es ist vielmehr eine höchst interessante Alternative oder Ergänzung zur BAV. Während es das primäre Ziel der BAV ist, die Zeit ab Eintritt in den Ruhestand zu finanzieren, ist das Lebensarbeitszeitmodell in erster Linie darauf ausgelegt, die flexible Gestaltung der Zeit bis dorthin - also der Lebensarbeitszeit - zu ermöglichen. Zusätzlich und alternativ ermöglicht das Lebensarbeitszeitmodell dem Arbeitnehmer die variable Ansparung einer Betrieblichen Altersvorsorge. Wobei er aber bei Bedarf auch vor Erreichen des Rentenalters jederzeit wieder auf sein Sparguthaben zurückgreifen kann.
Gehaltsumwandlung - aufgeschobene Vergütung mit nachgelagerter Besteuerung
Anstatt sich die fraglichen Teile seiner Vergütung nach Abzug von Lohnsteuern und ggf. Sozialversicherungsbeiträgen netto auszahlen zu lassen, lässt er die entsprechenden Bruttobeiträge -sowie die etwa anfallenden Arbeitgeberanteile zu den Sozialversicherungsbeiträgen - in ein auf das Unternehmen lautendes und an den Arbeitnehmer verpfändete Anlage einzahlen. Mindest- und Höchstbeiträge sind dabei ebenso wenig vorgeschrieben wie eine Pflicht zur kontinuierlichen Dotierung solcher Anlagen ( Fonds-, Versicherungsanlagen ). Für die eingezahlten Brutto-Vergütungsbestandteile gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung ("Bruttosparen"): Steuern und ggf. Sozialversicherungsbeiträge müssen erst dann abgeführt werden, wenn das Anlageguthaben zu einem späteren Zeitpunkt dazu verwendet wird, während einer Freistellung des Arbeitnehmers von der Arbeit Lohn und Gehalt weiter zu bezahlen - oder wenn das Guthaben aus anderen Gründen an den Arbeitgeber ausgezahlt wird.
Option zur Umschichtung von Zeitwertguthaben in eine Betriebliche Altersvorsorge (BAV)
Zu den entscheidenden Vorzügen des Lebensarbeitszeitmodell gehört ferner, dass bei Eintritt in den gesetzlichen Ruhestand das bis dahin noch nicht verbrauchte Anlageguthaben - ohne Belastung durch Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge - in einen der Durchführungswege der Betrieblichen Altervorsorge (BAV) überführt werden kann. In idealer Weise kann der Arbeitnehmer so von einem Lebensarbeitszeitmodell zu einem Altersvorsorgemodell wechseln, ohne schon in der Kapitalaufbauphase an das vielfach starre und/oder restriktive Regelwerk des Betriebsrentengesetz (BetrAVG) gefesselt zu sein. Insbesondere kann der Arbeitnehmer auch jederzeit wieder auf sein Wertguthaben zugreifen, ohne (wie bei der BAV zwingend vorgeschrieben) erst das Erreichen des Rentenalters abwarten zu müssen.
Das Lebensarbeits-Zeitmodell aus Sicht des Unternehmers
Arbeitgeber konkurrieren heute mehr und mehr um dringend benötigte, aber immer weniger verfügbare High Potentials und Spezialisten auf dem Arbeitmarkt. Diese zu gewinnen und vor allem auch binden zu können hat direkte Auswirkung auf die Zukunft des Unternehmens, denn einen Vorsprung der Konkurrenz holt man so schnell nicht wieder auf. Eine immer größere Bedeutung in diesem Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte gewinnt dabei das Thema Gesamtvergütung oder Total Compensation. Denn diese stark umworbenen Mitarbeiter ver- langen mehr und mehr, ihr Einkommen mit zu gestalten. Ziel muss es deshalb sein, dass sich diese Mitarbeiter aus einem Katalog von Leistungen ihre individuelle Gesamtvergütung selbst zusammen- stellen. Der Gegenwert für geleistete Arbeit wird sich deshalb künftig nicht allein aus der Barvergütung, die heute noch im Zentrum der Wahrnehmung steht, zusammensetzen, sondern zu einem immer bedeutenderen Teil auch aus weiteren attraktiven Vergütungselementen. Eines der gefragtesten unter diesen Vergütungselementen ist heute schon die Deferred Compensation Gehaltsumwandlung oder aufgeschobene Vergütung mit nachgelagerter Besteuerung. Und dem Lebensarbeitszeitmodell als moderne Variante der Deferred Compensation wird zukünftig immer stärkeres Gewicht zukommen. Ohne zusätzlichen Aufwand verschafft das Lebensarbeitszeitmodell dem Unternehmer zudem die Möglichkeit, z.B. eine ausschließlich arbeitnehmerfinanzierte Vorruhestandsregelung zu installieren; anderweitige Verwendung der gebildeten Guthaben sind, soweit es um die Finanzierung von Freizeit geht, praktisch keine Grenzen gesetzt.
Modellüberrsicht Lebensarbeits-Zeitkonten PDF
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